Über das Projekt

Ziel von sicher-in-meiner-region.de

Unfallkassen und Berufsgenossenschaften verzeichnen erstmals mehr tödliche Wege- als tödliche Arbeitsunfälle. Sicher in meiner Region wurde entwickelt, um das besonders hohe Unfallrisiko von jungen Menschen auf ihren täglichen Arbeitswegen zu senken.

Auf Basis statistischer Daten von Unfällen mit jungen Autofahrerinnen und Autofahrern werden in unserem Projekt fortlaufend deutschlandweit regionale Gefahrenstrecken (Unfallschwerpunkte) identifiziert und videografiert. Diese Strecken werden in Form von realen Videoaufnahmen und animierten Sequenzen detailliert aufbereitet und hier zum Selbstlernen und zur Wissensvermittlung zur Verfügung gestellt.

In Deutschland verunglückten im Jahr 2016 insgesamt 40.007 junge Menschen im Alter von bis zu 30 Jahren bei Arbeits- und Wegeunfällen im Straßenverkehr. Dabei wurden 92 junge Männer und Frauen im Straßenverkehr getötet (DGUV, 2017). Als Präventionsmaßnahme greift Sicher in meiner Region – Regio Protect UVT daher das Erkennen von Gefährdungen und Vermeiden von Gefahren anhand von lokalisierten Unfallschwerpunkten auf und thematisiert diese im Rahmen von Gruppenseminaren und dieser Webseite. (Für spezifische Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund kontaktieren Sie uns gerne.)

Die regionale Nähe sorgt für Aufmerksamkeit und Betroffenheit und stellt so eine emotionale Bindung bei jungen Autofahrerinnen und Autofahrern her. So zeigt ein Forschungsprojekt aus Brandenburg, dass ein wichtiger Sicherheitsbaustein darin bestehen kann, die Fahrausbildung und -weiterbildung zu regionalisieren. Das heißt, dass Unfallschwerpunkte im eigenen Landkreis, sprichwörtlich vor der Tür, zum Gegenstand des Lernens und Lehrens gemacht werden.

Regio Protect UVT ist ein Gemeinschaftsprojekt von DVR, DGUV, BGHW, BGHM, BG RCI, BG ETEM und BG BAU in Kooperation mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG), der IPV GmbH, der TÜV|DEKRA arge tp 21 und der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des DVR, der DGUV, der BGHW, der BGHM, der BG RCI, der BG ETEM und der BG BAU.

Hintergrund

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen junge Männer und Frauen ohne Begleitung mit entsprechender Fahrerlaubnis Auto fahren. Auch wenn das Auto als Statussymbol an Bedeutung verloren hat, ist es für junge Menschen immer noch wichtig, um unkompliziert größere Distanzen zurücklegen zu können und damit ein Stück mehr Unabhängigkeit zu erlangen. Es ist auch in vielen Fällen bedeutsam, um zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu kommen.

Leider endet manche Fahrt abrupt und schrecklich. Selbstüberschätzung, ungenügende Gefahrenwahrnehmung und geringe Erfahrung am Steuer/Lenker sind gewichtige Gründe, die dafür verantwortlich sind. In Deutschland verunglückten im Jahr 2016 insgesamt 40.007 junge Menschen im Alter von bis zu 30 Jahren bei Arbeits- und Wegeunfällen im Straßenverkehr. 92 junge Männer und Frauen wurden dabei im Straßenverkehr getötet (DGUV, 2017).

Mit Sicher in meiner Region – Regio Protect UVT haben der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und beteiligte Berufsgenossenschaften eine Maßnahme entwickelt, die das besonders hohe Unfallrisiko junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer absenken soll. Durch regionale Nähe sowie die Verbindung von offline- und online-basiertem Lernen sollen die jungen Menschen ihre Kompetenzen im Bereich der Blickführung und entsprechender Beobachtungsstrategien ausbauen. So können sie Gefährdungen frühzeitig erkennen und Risiken vermeiden.

Datengrundlage

Die hier gezeigten Gefahrenstrecken wurden auf Basis der amtlichen Verkehrsunfallstatistiken der jeweiligen Bundesländer ermittelt. Hierbei wurden nur diejenigen Unfälle berücksichtigt, welche die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Zeitraum: Verkehrsunfälle zwischen 2013 und 2015
  • Wochentag: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag
  • Uhrzeit: zwischen 04:00 und 20:00 Uhr
  • Postleitzahlenbereich: In den meisten Fällen wurden die Postleitzahlengebiete in einem Umkreis von 30 bis 50 km um eine Stadt (z. B. Burghausen, Trostberg, Köln, Kassel, Mannheim, usw.) berücksichtigt. In einzelnen Fällen werden zusätzlich relevante Postleitzahlen von Wohnbereichen einzelner Beschäftigter der kooperierenden Betriebe mit einbezogen.
  • Unfallkategorie: Unfall mit Getöteten, Unfall mit Schwerverletzten, Unfall mit Leichtverletzten, schwerwiegender Unfall mit Sachschaden, sonstiger Sachschadensunfall ohne Alkoholeinwirkung, sonstiger Sachschadensunfall unter Alkoholeinwirkung, Unfall mit Sachschaden
  • Unfallverursachende Person:
    • Alter zwischen 16 und 29 Jahre
    • Verkehrsbeteiligung: Kleinkraftrad, Mofa 25, Krafträder (mehr als 125ccm) , Leichtkrafträder, Roller (50 bis 125 ccm), Krafträder/Motorroller (mehr als 125ccm), PKW, Funkstreifenwagen (PKW)
  • Zusammenfassung von Unfällen zu einer Gefahrenstrecke, die inhaltlich und räumlich miteinander verbunden sind. Konkret bedeutet dies, dass eine Gefahrenstrecke aus mindestens 2 Einzelunfällen (in Köln/NRW und Kassel mind. 3 Einzelunfälle) des gleichen Unfalltyps oder der gleichen Unfallart besteht. Die Unfälle sind zudem maximal 50 Meter (innerorts) bzw. 250 Meter (außerorts) voneinander entfernt.

Die Sortierung der Gefahrenstrecken erfolgt landkreisbezogen. Dabei werden in den Gefahrenstreckenkatalogen zunächst die Gefahrenstrecken innerhalb und anschließend die Gefahrenstrecken außerhalb geschlossener Ortschaften aufgeführt. Weiterhin ist zu beachten, dass innerhalb dieser Sortierung die Gefahrenstrecken mit der höchsten Anzahl an Einzelunfällen als erstes präsentiert werden. Falls Gefahrenstrecken die gleiche Anzahl an Einzelunfällen aufweisen, wird zuerst die Gefahrenstrecke aufgelistet, die dem Zentrum der Projektregion bzw. jeweiligen Stadt am nächsten ist.