DEKRA AWARD Nominiert

Über das Verkehrssicherheitsprojekt

Ziel: Sicher ankommen 

Unfallkassen und Berufsgenossenschaften verzeichnen zum wiederholten Male mehr tödliche Wege- als tödliche Arbeitsunfälle im Straßenverkehr als außerhalb des Straßenverkehrs. Sicher in meiner Region - Regio Protect UVT wurde entwickelt, um das besonders hohe Unfallrisiko von jungen Menschen auf ihren täglichen Arbeitswegen zu senken.

Auf Basis polizeilich erfasster Unfälle mit jungen Autofahrerinnen und Autofahrern werden in unserem Projekt fortlaufend deutschlandweit regionale Gefahrenstrecken (Unfallschwerpunkte) identifiziert. Diese Strecken werden in Form von realen Videoaufnahmen und animierten Sequenzen aufbereitet und hier zum Selbstlernen und zur Wissensvermittlung zur Verfügung gestellt.

In Deutschland verunglückten im Jahr 2019 insgesamt 38.065 junge Menschen im Alter von bis zu 30 Jahren bei Arbeits- und Wegeunfällen im Straßenverkehr. Dabei wurden 96 junge Männer und Frauen im Straßenverkehr getötet (DGUV, 2020). Als Präventionsmaßnahme greift Sicher in meiner Region daher das Erkennen von Gefährdungen und Vermeiden von Gefahren anhand der lokalisierten Unfallschwerpunkte auf. Diese werden im Rahmen von Gruppenseminaren und auf dieser Webseite genauer thematisiert. (Für spezifische Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund kontaktieren Sie uns gerne.)

Sicher in meiner Region Die regionale Nähe sorgt für Aufmerksamkeit und Betroffenheit und stellt so eine emotionale Bindung bei jungen Autofahrerinnen und Autofahrern her. So verdeutlichen eigene Evaluationen, dass ein wichtiger Verkehrssicherheitsbaustein junger Erwachsener darin bestehen kann, sich mit den regionalen Besonderheiten im Straßenverkehr auseinanderzusetzen und damit das Bewusstsein für Risiken zu erhöhen. Ein Forschungsprojekt aus Brandenburg zeigt dies mit einer regionalen Fahrausbildung und -weiterbildung. Das heißt, dass Unfallschwerpunkte im eigenen Landkreis, sprichwörtlich vor der Tür, zum Gegenstand des Lernens und Lehrens gemacht werden.

Sicher in meiner Region ist ein Gemeinschaftsprojekt von DVR, DGUV, BGHW, BGHM, BG RCI, BG ETEM, BG BAU und der BG Verkehr in Kooperation mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG), der IPV GmbH, der TÜV|DEKRA arge tp 21, der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des DVR, der DGUV, der BGHW, der BGHM, der BG RCI, der BG ETEM und der BG BAU.

Motivation zur Präventionsmaßnahme

Sicher in meiner Region

Mit entsprechender Fahrerlaubnis dürfen junge Männer und Frauen ab einem Alter von 16 Jahren motorisierte Zweiräder und ab einem Alter von 18 Jahren Pkw ohne Begleitung fahren und am Straßenverkehr teilnehmen. Auch wenn das Auto als Statussymbol an Bedeutung verloren hat, sind motorisierte Fahrzeuge immer noch wichtig, um unkompliziert größere Distanzen zurückzulegen. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, sich unabhängig von den Eltern oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Sie sind außerdem in vielen Fällen bedeutsam, um zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu kommen. Dies gilt besonders für ländliche Regionen. 

Leider endet manche Fahrt abrupt und schrecklich. Selbstüberschätzung, ungenügende Gefahrenwahrnehmung und geringe Erfahrung sind gewichtige Gründe, die dafür verantwortlich sind. 

Mit Sicher in meiner Region haben der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und beteiligte Berufsgenossenschaften eine Maßnahme entwickelt, die das besonders hohe Unfallrisiko junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer absenken soll. Durch regionale Nähe sowie die Verbindung von offline- und online-basiertem Lernen sollen die jungen Menschen ihre Kompetenzen im Bereich der Blickführung und entsprechender Beobachtungsstrategien ausbauen. So können sie Gefährdungen frühzeitig erkennen und Risiken vermeiden.

Unfallhäufungsstellen  

Die hier gezeigten Gefahrenstrecken basieren auf polizeilich erfassten Unfalldaten der jeweiligen Bundesländer.